Eine neue Generation sichert die Zukunft des Hofladens „Hoeve Melsen“

Wie stellt man sicher, dass ein Hofladen auch in dreißig Jahren noch relevant ist? Bei „Hoeve Melsen“ in Ossendrecht haben Nic und Jessy Melsen die Antwort gefunden: nicht in „mehr vom Gleichen“, sondern in der Erneuerung. In den vergangenen Jahren erhielt der Hofladen ein völlig neues Gesicht. Mit einem zeitgemäßen Sortiment, unbemannten Verkaufsstellen und persönlicher Betreuung zeigen sie, dass regionale Produkte und Innovation gut zusammenpassen.

„Woher kommt das?“ Diese Frage hören Nic und Jessy immer häufiger. Während Kunden früher vor allem wegen Kartoffeln, Eiern oder einer Schale Erdbeeren hereinkamen, möchten sie heute auch wissen, wer ihr Fleisch produziert, woher der Käse stammt und was in einem Produkt enthalten ist.

Kunden entscheiden sich bewusster
Laut Jessy ist das vielleicht die größte Veränderung der letzten Jahre. „Die Menschen achten viel bewusster darauf, was sie essen. Sie stellen Fragen zur Herkunft und möchten wissen, wie etwas hergestellt wird.“ Das bemerken sie jeden Tag im Laden. Auch bei einem Tag der offenen Tür bei ihrem Fleischlieferanten schlendern viele Kunden neugierig durch die Räumlichkeiten. Sie werfen einen Blick hinter die Kulissen, stellen Fragen und möchten mit eigenen Augen sehen, wie dort gearbeitet wird. „Dieses Vertrauen ist den Menschen wichtig.“

Deshalb entscheiden sich Nic und Jessy ausschließlich für Produkte, deren Geschichte sie kennen. Ihr Fleisch stammt direkt von einem Bauernhof mit eigener Schlachterei, die Milchprodukte aus der Region und der Wein von der „ Brabantse Wal. Wer ein Glas Olivenöl kauft, erfährt auch sofort die Geschichte der Unternehmer aus Ossendrecht, die das Öl selbst aus Italien beziehen. „Viele unserer Kunden kennen diese Unternehmer auch persönlich. Das macht es zu einer persönlichen Angelegenheit.“

Zeit für einen frischen Blick
Als Nic und Jessy beschlossen, den Laden von seinen Eltern zu übernehmen, wussten sie eines ganz sicher: Es durfte ruhig mal etwas anders sein. „Eigentlich war alles schon dreißig Jahre alt“, erzählt Jessy. Also stiegen sie regelmäßig ins Auto. Nicht, um Lieferanten zu besuchen, sondern um sich inspirieren zu lassen. Sie fuhren an Hofläden in den gesamten Niederlanden vorbei. Wie präsentieren diese ihre Produkte? Welche Atmosphäre herrscht dort? Und vor allem: Warum kommt man gerne wieder hierher? Nach und nach entstand eine eigene Vorstellung von dem Laden, den sie aufbauen wollten. Nach wie vor dreht sich alles um regionale Produkte, doch das Sortiment ist mittlerweile viel breiter gefächert. Natürlich gibt es Spargel, Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen, Äpfel und Birnen, wenn die Saison dies erfordert. Aber auch Käse aus Lekkerkerk, Pfannkuchenmehl von der Mühle in Oud-Vossemeer, Nüsse, Schokolade, Gewürze, Tee und Konfitüren finden mittlerweile ihren Platz in den Regalen.

Letzteres ist kein Zufall: Im Rahmen der landesweiten Zusammenarbeit von „Landwinkel“ arbeiten Hofläden in den gesamten Niederlanden zusammen und tauschen Produkte und Ideen aus. „Produkte, die nicht aus dieser Region stammen, kommen jedoch alle aus anderen Hofläden. So fühlt es sich doch ein wenig so an, als würde man miteinander zusammenarbeiten …“

Lokal und bequem
Ein neuer Laden allein reicht nicht aus. Nic und Jessy stellen fest, dass die Menschen immer bewusster lokal einkaufen möchten, aber auch Wert auf Bequemlichkeit legen. Deshalb bleibt es nicht bei dem neu gestalteten Laden in Ossendrecht. Mittlerweile eröffnen sie auch einen unbemannten Laden in Hoogerheide sowie einen Automatenladen, den Kunden von morgens bis abends besuchen können. Mal schnell Kartoffeln holen, eine Schachtel Eier, Honig, Äpfel oder Obst der Saison: „Man muss sich dafür nicht extra einen Nachmittag Zeit nehmen.“ Die Reaktionen überraschen sie vielleicht am meisten. „Wenn ich den Laden auffülle, sagen die Leute regelmäßig: ‚Wir sind so froh, dass es euch gibt.‘“

Ein Geschäft, in dem man Ihren Namen kennt
So modern das Geschäft auch wird, eines möchten Nic und Jessy auf keinen Fall aufgeben. „Wir möchten, dass es sich wie ein Nachbarschaftsgeschäft anfühlt.“ Viele Kunden kennen sie mit Namen. Sie wissen, wo die Menschen wohnen, und wenn jemand versehentlich etwas vergisst, bringen sie es manchmal einfach noch kurz vorbei. Genau diese Kombination macht laut Jessy den Unterschied aus. Der Laden wächst mit der Zeit mit, ohne dabei distanziert zu wirken. „Wir freuen uns, wenn sich die Menschen willkommen fühlen.“

Auch Nic leistet seinen Beitrag, obwohl er noch Vollzeit als Projektleiter in der Windenergiebranche arbeitet. Er hat den kompletten Umbau des Ladens begleitet und hilft samstags noch regelmäßig mit. Seine Eltern kümmern sich unterdessen nach wie vor um die täglichen Bestellungen. „Mein Arbeitgeber lässt mir alle Freiheit, beides zu kombinieren. Das weiß ich sehr zu schätzen.“

Die Zukunft beginnt auf dem Hof
Der renovierte Laden ist gerade erst eröffnet worden, doch Stillstand passt nicht zu Nic und Jessy. Auf dem Hof stehen bereits Schafe, Gänse und Ziegen. Jessy liebt Pferde, und vielleicht kommen in Zukunft noch weitere Tiere hinzu. Oder eine Spielecke, in der sich Kinder vergnügen können, während ihre Eltern einkaufen. Darüber hinaus wartet noch ein besonderes Projekt. Auf dem Hof steht das Wohnhaus, das 1936 von Nics Urgroßeltern erbaut wurde. Bald wird die Familie dorthin umziehen.

Das Haus wird umfassend renoviert, bleibt aber der Ort, an dem bald die vierte Generation der Familie Melsen leben wird. Wer Nic und Jessy ein wenig kennt, weiß, dass dort zweifellos neue Ideen entstehen werden.

Besuchen Sie die Website von Landwinkel Hoeve Melsen

September 2026